Alarmstufe Rot für Gerätehaus

26.01.2025
Feuerwehr Verein
Jahreshauptversammlung mit hitziger Debatte um das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus.

Bericht aus Hallertauer Zeitung (Sebastian Brendel) 


Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte der Bericht des Kommandanten Karl Strauss über das vergangene Jahr. Derzeit zählt die Freiwillige Feuerwehr Enzelhausen 103 Mitglieder, 46 davon sind im aktiven Einsatzdienst. Freuen kann sich die Wehr über zwei neue Einsatzkräfte - der neu eingetretene Daniel Trojer und der von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übergetretene Peter Meiler verstärken die Kameraden seit 2024. Auch bei der Ausbildung der Ehrenamtlichen hat sich einiges getan, so konnten stellv. Kommandant Josef Betzenbichler und zweiter Vorstand Jonathan Deiter ihren Zugführerlehrgang erfolgreich abschließen, Peter Meiler und Stefan Fertl ihren Lehrgang zum Atemschutzgeräteträgerund drei Kameraden ihre Grundausbildung und zwei weitere den Lehrgang „Absturzsicherung“ am Feuerwehrausbildungszentrum in Zolling. Wie wichtig eine gut ausgebildete Mannschaft ist, zeigte sich wenig später im Einsatzrückblick des Kommandanten. Bei fünf Brandeinsätzen und 33 Technischen Hilfeleistungen „wurde wieder einiges von uns gefordert“, so Strauss. Neben dem Großeinsatz im Februar beim Brand eines großen Gewerbebetriebes in Au musste man auch zu einem Zimmerbrand im Ortsgebiet ausrücken und ein in Brand geratenes Bienenhaus ablöschen. Im Bereich der THL - Einsätze sind vor allem die Alarme bei der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni zu erwähnen, dort wurde die Gemeinde vergangenes Jahr erneut schwer getroffen. Auch zu mehreren Verkehrsunfällen auf der nahegelegenen B301 rückten die Floriansjünger aus und unterstützten den Rettungsdienst erfolgreich bei einer Wiederbelebung im Ort. Im Dezember mussten die Kameraden dann zu einem Eigenunfall ausrücken, als ihr Löschfahrzeug auf der Fahrt zu einer Übung von der Fahrbahn abkam und in einen Graben stürzte. Die Insassen hatten damals glücklicherweise einen großen Schutzengel an Bord, lediglich ein Mitfahrer wurde leicht verletzt. Alles in allem wurden im vergangenen Jahr 2777 ehrenamtliche Einsatzstunden bei 42 Einsätzen und Sicherheitswachen geleistet, Kommandant Karl Strauss bedankte sich hierfür bei seiner Mannschaft „nur gemeinsam können wir alle an uns gestellten Herausforderungen so gut abarbeiten, was ihr geleistet habt ist beindruckend!“

Auch der Rückblick des Jugendwartes fiel mehr als erfreulich aus, denn die Jugendgruppe wuchs um vier Mitglieder auf einen Rekordstand von 13 an. „Viel mehr ist auch leider garnicht mehr möglich“, so Rank, „denn uns fehlen schlichtweg die Bekleidungshaken und der nötige Platz für so viele Feuerwehrbegeisterte“ und weiter mit einem Blick auf Bürgermeister Krumbucher, „die Jugend ist unsere Zukunft, ich möchte keinem neuen Interessenten absagen müssen, nur weil uns einfach der Platz fehlt.“ Die Jugendfeuerwehr traf sich 2024 zu insgesamt 28 Übungen, des Weiteren beteiligte man sich wie gewohnt aktiv am Vereins - und Dorfleben beispielsweise beim Verkauf von Flammkuchen beim Christkindlmarkt sowie beim Weinfest und sammelte im Januar Christbäume im Ort gegen eine Spende ein. Auch für heuer sind wieder einige Aktivitäten geplant, so eine Großübung zum 20 jährigen Bestehen der Jugendgruppe der FF Tegernbach und eine eigene 24h - Übung im Sommer.

Der Vorstand des Fördervereins Erwin Traublinger blickte auf ein reges Vereinsjahr zurück. Neben der Kameradschaftspflege mit Aktivitäten wie Kesselfleischessen, eine Floßfahrt auf der Isar unterstützte man auch wieder tatkräftig andere Vereine und die Gemeinde. Vor allem beim Rudelzhausener Volksfest war man wieder stark gefordert, hier unterstützte die Feuerwehr beim Aufbau des Festzeltes, verkaufte Steckerlfische und unterstützte bei der Bewirtung. Alle Hände voll zu tun hatte man dann auch wenig später beim 150 jährigen Jubiläum der Patenwehr aus Tegernach - hier half man beim Ausschank, Bedienen und beim großen Festsonntag als Patenverein. „Alles in allem eine wunderschöne Veranstaltung“ so Traublinger. Insgesamt wurden bei allen Vereinsaktivitäten 1845 Stunden geleistet, „auch hier gilt euch mein größter Dank, ohne euren Einsatz wäre so ein aktives Jahr niemals möglich gewesen, vergelts Gott:“

Julian Siedenberg gewährte den Anwesenden im Anschluss daran einen Blick in die Kasse. Auf der Seite der Einnahmen standen die EM Übertragung, die Christbaumversteigerung sowie Mitgliedsbeiträge und Zuwendungen in Form von Spenden, auf der Seite der Ausgaben standen heuer vor allem die neue Vereinskleidung, Uniformen und Ausbaumaterial für das Mehrzweckfahrzeug. Ebenso unterstützte man die Jugendfeuerwehr und übernahm für sie die Verpflegung bei Veranstaltungen und die Gebühren bei Wissenstest und Leistungsspange. „Dafür sind wir als Verein da“, so Siedenberg, „die Jugendarbeit liegt uns sehr am Herzen und hier unterstützen wir gerne.“

Kassenprüfer Alois Hainzinger bestätigte im Anschluss an den Rechenschaftsbericht eine „saubere und ordentlich“ geführte Kasse, "alles bestens, wie immer“. Seinem Antrag auf Entlastung von Kassier und Vorstandschaft wurde durch die Mitglieder im Anschluss daran einstimmig stattgegeben.

Gegen Ende des offiziellen Teiles war es dann KBM Markus Forster eine große Freude, gemeinsam mit Kommandanten Karl Strauss die Hochwasserehrungen der Regierung an die Mitglieder zu verteilen, die bei der Bewältigung der Flutkatastrophe 2024 beteiligt waren.

Bürgermeister Michael Krumbucher dankte in seinen Grußworten den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für ihren Einsatz für die Gemeinde und die Allgemeinheit, „ohne Euch wüssten wir oft nicht, was wir tun sollen.“ Alleine das Hochwasser, welches den Ort im Juni schwer getroffen hat zeigte das wieder einmal mehr als deutlich. Er war ebenfalls sehr erleichtert, dass beim Unfall des Feuerwehrfahrzeuges im Dezember niemand ernsthaft verletzt wurde und die Feuerwehrführung Fortschritte im Bereich einer Übergangslösung gemacht habe, um ein Ersatzauto zu beschaffen bis ihr ursprüngliches Fahrzeug repariert ist. „Wir reden da von einem Zeitraum von vermutlich zwei - sechs Monaten,“ genaueres wisse man in ein paar Wochen. „Vielen Dank für Euer Einsatz, die Gemeinde schätzt Euren Dienst sehr!“

Kreisbrandmeister Markus Forster überbrachte den Gruß der Kreisbrandinspektion und zeigte sich dankbar für die Leistung der Ehrenamtlichen. „Fast 2800 Einsatzstunden, eine wahrlich respektable Leistung“ so Forster. Auch im Bereich der Ausbildung steht die Wehr gut da, und das ist wichtig, „denn in den nächsten Jahren kommen mit Sicherheit nicht weniger, sondern mehr Aufgaben auf uns und euch zu, sich hier fit und ausgebildet zu halten ist die Lebensversicherung.“ Er dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihren Einsatz und stellte noch Ausbildungsangebote für 2025 vor, darunter Funk und Atemschutz.

Der Punkt „Wünsche und Anträge“ führte noch zu einer hitzigen Debatte der Anwesenden Mitglieder sowie der Feuerwehrführung mit dem Bürgermeister. Das Gerätehaus der Feuerwehr Enzelhausen in Kirchdorf ist wie seit langem bekannt viel zu klein, Teile der Ausrüstung und auch ein Fahrzeug der Wehr müssen seit längerem in der nebenan gelegenen Halle des Bauhofes untergestellt werden, „das verkompliziert im Einsatzfall einiges“ so die Führung. Auch können aktuell geltende Unfallverhütungsvorschriften „schlecht bis garnicht“ eingehalten werden, so etwa die Abstände der Umkleiden zum Fahrzeug, die Ausfahrt des Löschfahrzeuges kreuzt sich mit dem Weg der ankommenden Fahrzeuge und Einsatzkräfte und auch eine Absaugung oder eine schwarz - weiß Trennung gibt es nicht. Auch gibt es keine getrennten Sanitärbereiche für Männer und Frauen und keine Möglichkeit, sich nach Einsätzen im Feuerwehrhaus zu duschen und so eine Verschleppung von Ruß und Keimen in den Privatbereich der Ehrenamtlichen zu verhindern. „Alles in allem nicht mehr tragbar und mitunter einfach schlichtweg gefährlich für unsere Einsatzkräfte“, so die Feuerwehrführung. All diese Punkte sind bei der Gemeinde bereits seit längerem bekannt, nach einem geeigneten Standort für einen Neubau suche die Gemeinde schon mit „Nachdruck“, so Bürgermeister Krumbucher, „leider habe man bis zum heutigen Tag nichts passendes gefunden“. Die Feuerwehrführung kann und möchte die Verantwortung nicht mehr übernehmen, „passiert ist gleich was“, die jüngste Vergangenheit zeige dies deutlich - und verantwortlich gemacht werden nicht nur die Gemeinde, sondern auch Kommandanten und Führungskräfte, so stellv. Kommandant Betzenbichler. „Ein Neubau muss her, und das möglichst bald“, so die Meinung der Anwesenden.